Schäferhundeverein Heidelberg & Dossenheim e.V.
 

Urlaub mit dem Hund

Nicht alle Urlaubsziele sind für Vierbeiner geeignet, und auch alte oder kranke Hunde sollten keinesfalls dem Stress einer langen Reise ausgesetzt werden. In solchen Fällen ist es besser, den Vierbeiner in der Obhut anderer Familienmitglieder oder guter Freunde zu wissen. Auch eine Hundepension ist eine Alternative, wenn das Haustier nicht mit auf die Reise darf. Allerdings sollte man seinen Hund von klein auf an Aufenthalte in der Tierpension gewöhnt haben, damit er sich dort auch heimisch fühlt und seine Bezugspersonen während der Ferien nicht allzu sehr vermisst.

Vorbereitung

Eine Urlaubsreise mit Hund sollte gut durchgeplant werden. Es ist empfehlenswert, sich bereits einige Wochen vor Reiseantritt zu erkundigen, ob Vierbeiner am Urlaubsort erwünscht sind oder nicht.

Hundehalter sollten einen hundefreundlichen Urlaubsort wählen: Es ist keine Alternative, den Vierbeiner den lieben langen Tag lang im Hotelzimmer einzuschließen, während sich die Zweibeiner am Strand vergnügen. Deshalb: Wählen Sie ein haustierfreundliches Ferienhaus, da haben Zwei- und Vierbeiner ausreichend Platz und gemeinsam Freude am Urlaub.

Das Reiseequipment

Hunde müssen zwar keine Koffer packen, aber dennoch benötigen sie einige wichtige Utensilien, wenn es auf die Reise geht. Futter- und Wassernäpfe gehören zum Reiseequipment, und auch das Lieblingsspielzeug und eine weiche Hundedecke sollten keinesfalls fehlen.

Abhängig vom Ziel der Reise, sollte man auch daran denken, Hundefutter mitzunehmen. Oft ist die gewohnte Futtersorte am Urlaubsort nicht erhältlich oder wird für einen horrenden Preis angeboten. Auch Medikamente sollten in ausreichender Menge mitgenommen werden.

Da es in manchen Ländern Pflicht ist, Hunden in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf Fährschiffen Leine und Maulkorb anzulegen, dürfen auch Halsband, Leine und Maulkorb nicht im Reisegepäck fehlen, wenn man in eine Region fährt, die Hundehaltern diese Pflichtübung abverlangt. (Vor dem Urlaub in der Botschaft des jeweiligen Landes erkundigen! Dort erfährt man alles über die aktuellen Bestimmungen am Urlaubsort.)

Heimtierausweis

In europäischen Ländern müssen Hundehalter für ihr Tier einen Heimtierausweis vorweisen.
Zu den neuen Regelungen für Hunde, Katzen oder Frettchen, die in EU-Mitgliedsstaaten mitgenommen werden, gehören folgende Bestimmungen:

  • das Tier muss mit einer deutlich lesbaren Tätowierung oder einem Mikrochip gekennzeichnet sein
  • es muss über einen Tollwutschutz verfügen, der im Heimtierausweis vermerkt ist
  • seine Begleitperson muss einen EU-Heimtierausweis mit sich führen

Diese Bestimmungen gelten ausschließlich für Privatpersonen, die maximal fünf Tiere mit sich führen.

Sonderregelungen

Wer mit seinem Tier ins Vereinigte Königreich, nach Schweden oder Irland reist, unterliegt verschärften Regelungen, weil diese Länder als tollwutfrei gelten und es auch unbedingt bleiben wollen. „Der Tollwutimpfschutz muss mittels einer Blutprobe nachgewiesen werden, außerdem ist der Nachweis über eine Behandlung gegen Zecken und Bandwürmer zu erbringen“, erklärt der Ratinger Tierarzt Dr. med. vet. Oliver C. Schmid. Bei Reisen nach Skandinavien gilt bezüglich der Tollwut-Impfung neuerdings: Wer einmal einen ausreichenden Titer nachweisen konnte und danach die Impfintervalle einhält, muss nach den einzelnen Tollwutimpfungen kein Wartezeit mehr einhalten. Der Titer wird anhand einer Blutuntersuchung ermittelt, die frühestens zehn Tage nach der Impfung durchgeführt wird.

Wie reist „Bello“ am bequemsten?

Ferne Urlaubsziele lassen sich auf ganz unterschiedliche Weisen ansteuern: Man reist mit dem eigenen Auto, fliegt, lehnt sich entspannt im Großraumwagen eines klimatisierten Zuges zurück oder vertraut sich der Seetauglichkeit eines Schiffes beziehungsweise einer Fähre an.
Jeder hat seine persönlichen Präferenzen, wenn es darum geht, ein geeignetes Transportmittel zu finden. Doch welche Fortbewegungsmöglichkeit kommt am ehesten den Bedürfnissen unseres Hundes entgegen?

Mit dem Auto unterwegs

Die Anfahrt mit dem eigenen Auto ist sicherlich die bequemste Alternative, wenn man mit seinem Haustier durch die Lande reist. Der Hund wird im hinteren Teil des Fahrzeugs untergebracht und mithilfe eines Gitters, eines Netzes oder eines Gurtes abgesichert, damit er im Fall einer ungewollten Vollbremsung nicht durch das Fahrzeug geschleudert wird. Auch eine Hundetransportkiste oder ein Hundeanhänger sind praktisch. Man sollte keinesfalls auf diese Vorsichtsmaßnahmen verzichten, da Hund und Halter in einer Extremsituation stark gefährdet sein können und auch noch gegen geltende Gesetze verstoßen.

Die Anreise im eigenen Fahrzeug ermöglicht, jederzeit Ruhepausen einzulegen. Gerade bei langen Strecken, sollte man oft pausieren und dem Hund die Möglichkeit einräumen, sich zu lösen, eine kleine leicht verdauliche Stärkung zu sich zu nehmen und etwas zu trinken.

Dabei sollte man darauf achten, dass sich der Vierbeiner nicht unkontrolliert „den Bauch voll schlägt“. Ein voller Magen kann bei einem reisenden Hund Übelkeit verursachen und einen unangenehmen Brechreiz auslösen. (Um Übelkeit zu vermeiden, sollte der Hund während der letzten Stunden vor der Abreise nichts mehr zu fressen bekommen.)Die Ruhepause auf dem Rastplatz sollte unter allen Umständen im angeleinten Zustand vonstatten gehen. Auch wenn der Hund ansonsten auf das leiseste Kommando hört, kann es passieren, dass er verunsichert auf die ungewohnte Umgebung, den Reisestress und unbekannte Geräusche reagiert.

Empfehlenswert ist bei Reisen ins Ausland der Abschluss einer europaweiten Schutzbriefversicherung. So wird beispielsweise bei einer Erkrankung oder einem Todesfall für Mitglieder des ACV der Heimtransport und die Versorgung des Hundes sichergestellt

Mehr Infos gibt es beim ACV.

Sonneneinstrahlung

Auf dem Weg in südliche Gefilde, kann der Innenraum nicht klimatisierter Autos Schweiß treibende Temperaturen erreichen. Hundehalter sollten darauf achten, dass ihr Tier ausreichend Kühlung und Frischluft erhält, ohne dabei ständiger Zugluft ausgesetzt zu sein.

Die hinteren Seitenscheiben des Fahrzeugs können beispielsweise mit einem leicht zu installierenden Sonnenschutz versehen werden. Auch ein feuchtes Handtuch, das man einfach für wenige Minuten auf den Hundekörper legt, kann hilfreich sein. Bei großer Hitze ist auf eine regelmäßige Versorgung mit frischem Trinkwasser zu achten.

Mit dem Zug

Im Prinzip spricht nichts dagegen, mit einem Hund eine Zugreise anzutreten. Lange Zugreisen sind jedoch problematisch, weil sich der Hund im Zug weder ausreichend bewegen, noch nach Lust und Laune lösen kann. (Für unkalkulierbare Notfälle sollte man auf jeden Fall ein Aufsammel-Set und eine Rolle Küchenpapier mitnehmen!).
Kleinhunde, die während der gesamten Dauer der Reise in ihrer Transportbox bleiben, reisen innerhalb Deutschlands in der Regel kostenlos. Für große und freilaufende Hunde muss der Tierhalter zusätzlich zu den Kosten für das eigene Ticket, den halben Fahrpreis für den Vierbeiner mit einkalkulieren.

Über den Wolken

„Über den Wolken muss die Freiheit grenzenlos sein...“, sang der Liedermacher Reinhard May und kann damit keinesfalls im Flugzeug reisende Hunde gemeint haben. Mittelgroße und große Hunde reisen nämlich im Frachtraum des Flugzeugs und haben während der gesamten Flugzeit keine Möglichkeit, ihre enge Transportkiste zu verlassen.

Kleinhunde genießen das Privileg im Passagierraum reisen zu dürfen – in einer Transportkiste versteht sich.

Die Transportkiste

Unabhängig davon, ob der Hund im Passagier- oder im Frachtraum reist, sollte man ihn an die Transportkiste gewöhnen, bevor man ihm eine längere Reise zumutet. Dann fühlt er sich im lauten Bauch des Flugzeugs nicht ganz so unwohl und hilflos. Der Hundebesitzer kann auch ein getragenes T-Shirt in die Transportbox legen. Der spezifische Geruch der Bezugsperson wirkt sich in der Regel beruhigend auf den Vierbeiner aus.

Die Größe der Transportbox sollte den körperlichen Ausmaßen des Hundes angepasst werden. Der Hund muss sich in der Transportbox problemlos setzen, stellen, drehen und legen können.

Hygiene

Während eines mehrstündigen Fluges kann es in einer Transportkiste zu kleinen und großen Missgeschicken kommen. Der Boden der Box sollte deshalb auf jeden Fall mit einer weichen saugfähigen Matte ausgelegt werden, die Flüssigkeit innerhalb weniger Augenblicke aufsaugt. Eine saugfähige Matte ist die einzige Möglichkeit, um zu verhindern, dass der reisende Vierbeiner stundenlang im Nassen sitzt.
Neigt der Hund zu Übelkeit, kann man sich beim Tierarzt erkundigen, ob man dem Vierbeiner mit einem Mittel gegen Reisekrankheit helfen kann.
Trotz allem verursacht eine Flugreise bei vielen Hunden vehementen Stress. Alte und kränkelnde Vierbeiner sollten nur im Notfall mit dem Flugzeug reisen.

Fähren

Auch auf Fährschiffen trifft man immer wieder auf Hunde. Zwar herrschen an Bord meistens strenge Auflagen für Hundehalter (Leinen- und Maulkorbzwang), aber zumindest kann man seinen Hund in der Regel auf eine Fähre mitnehmen und den Radius der Urlaubsreise erweitern.

In nördlichen Ländern dürfen Hunde meistens nicht auf das Deck des Schiffes. Der Vierbeiner muss die Überfahrt in seiner Transportkiste im Auto durchstehen. In südlichen Regionen hat kaum einer etwas dagegen, wenn man mit seinem angeleinten Vierbeiner auf dem Passagierdeck promeniert. In Restaurants und Kabinen bittet man mit einem Hund allerdings vergeblich um Einlass. Für Fährüberfahrten gilt natürlich auch: Aufsammel-Set und Küchenpapier nicht vergessen!

Am Urlaubsort

Der Urlaub in südlichen Ländern birgt unter Umständen Risiken, an die man vor der Reise nicht gedacht hat. Gerade im Mittelmeerraum häufen sich Erkrankungen, die bei uns seit Jahren als ausgestorben gelten. Parasiten und infizierte Hunde kommen als Hauptüberträger in Frage und sollten deshalb – soweit möglich – von unserem Vierbeiner ferngehalten werden.

Insekten und Parasiten lassen sich mithilfe eines wirksamen Insektenmittels abschrecken. Ihr Tierarzt kann Ihnen sicherlich ein geeignetes Präparat empfehlen.
Babesiose, Leishmaniose, Ehrlichiose und Dirofilariose (Herzwurmerkrankung) sind überwiegend parasitär bedingt und gehören zu den Krankheiten, die am häufigsten aus südlichen Ländern eingeschleppt werden. Da Babesiose und Ehrlichiose überwiegend durch Zecken, Leishmaniose durch Sandmücken und der Herzwurm durch über 70 verschiedene Arten von Stechmücken übertragen werden, bleibt dem Hundehalter nur eine Alternative: Er muss seinen Vierbeiner so effektiv wie möglich vor Parasiten schützen.

Babesiose und die Herzwurmerkrankung können zudem durch weiterere prophylaktische Maßnahmen vorgebeugt werden: In mehreren europäischen Ländern wird inzwischen ein Impfstoff gegen Babesiose eingesetzt, der eine Grundimmunisierung gegen diese Erkrankung bewirken soll. Infos hierzu gibt’s beim Tierarzt.

Nicht jedes Reiseziel ist geeignet!

Man sollte vor einer Urlaubsreise genau abwägen, ob das in Frage kommende Reiseziel für den Hund geeignet ist oder nicht. Es ist nicht ratsam, dem Vierbeiner eine mehrstündige Flugreise zuzumuten, nur um gemeinsam mit ihm eine Woche an einem fernen Strand zu verbringen.

Auch Länder, in denen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko mit gefährlichen Krankheiten besteht, sollten gemieden werden, wenn man seinen Hund unbedingt mit auf die Reise nehmen möchte. (Ihr Tierarzt kann Sie sicherlich über in Ihrem Lieblings-Urlaubsland bestehende Risiken aufklären.) Schließlich gibt es auch innerhalb Deutschlands, in der Schweiz, in Belgien, Österreich und Holland herrliche Ferienregionen, in denen Hund und Herrchen so richtig ihren Urlaub genießen können.
Und wenn einem der Sinn nach einer abenteuerlichen Fernreise steht, findet sich sicherlich ein netter hundeerfahrener Mitmensch, der den geliebten Vierbeiner während der Abwesenheit seines zweibeinigen Rudels verantwortungsvoll betreut.

Quelle: http://www.vdh.de/hund-im-urlaub.html